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am 22. August

Suchtkranke in der Praterstraße

Uschi Lichtenegger - In den letzten Tagen gab es einige mediale Aufregung, weil Obdachlose auf den Bänken in der Praterstraße saßen bzw. übernachteten. Diese Entwicklung als Folge des Alkoholverbots am Praterstern war absehbar. Die Entfernung von Bänken kann keine Lösung sein. Da muss sich Bürgermeister Ludwig als Initiator des Alkoholverbots etwas Besseres überlegen und seine Verantwortung wahrnehmen!

Bereits vor der Einführung des Alkoholverbots am Praterstern habe ich eindringlich davor gewarnt, dass dieses keine Probleme lösen wird, sondern nur zur Vertreibung von marginalisierten Personen führt und damit zusätzliche Probleme an anderen Stellen im Bezirk geschaffen werden. Bürgermeister Michael Ludwig ist der Verlockung der jährlich wiederkommenden, populistischen Forderung erlegen. Die Folgen spüren jetzt die BürgerInnen der Leopoldstadt, allem voran auf der Praterstraße.

Dort gibt es keine sanitären Anlagen und die beanspruchten Sitzgelegenheiten befinden sich direkt vor den Hauseingängen der BürgerInnen sowie vor den Schanigärten und Geschäften der Wirtschaftstreibenden. Hier kommt es oft zu Irritationen und Situationen, die niemandem dienen.

Anfang der Woche fand daher eine Begehung vor Ort mit einem Vertreter der Bezirksvorstehung sowie  VertreterInnen der Mobilen Sozialarbeit (SAM) statt, um Lösungen für die angespannte Situation zu finden. Es besteht seitens der Bevölkerung und den Wirtschaftstreibenden der Wunsch, dass Bänke entfernt werden, doch ohne Bänke im öffentlichen Raum schließen wir Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, aus.  Kranke sowie ältere Menschen können manche Wege nur mit Ruhepausen zurücklegen, dafür müssen Sitzgelegenheiten bereitgestellt werden. Wir haben uns daher entschieden die Bänke nicht zu entfernen, sondern einige zu versetzen.

Bürgermeister Ludwig trägt Schuld an dieser nicht tragbaren Situation und entzieht sich seither jeglicher Verantwortung. Die von ihm versprochenen, mit seinem Alkoholverbot einhergehenden, sozialen Begleitmaßnahmen sind von ihm nie geliefert worden.
Seit April warten wir auf die von ihm versprochenen sozialen Begleitmaßnahmen. Er soll endlich die Gelder freigeben, die eine vernünftige Sozialarbeit am Praterstern und Umgebung möglich machen. Die Konzepte liegen der Stadt bereits vor, es geht nur noch darum sie umzusetzen. Bürgermeister Ludwig soll nicht bremsen, sondern endlich handeln.

Wir fordern die Aufhebung des Alkoholverbotes und die Wiederaufstellung der Sitzplätze, die in den letzten Wochen mit dubioser Begründung auch am Praterstern entfernt wurden. Am Praterstern bedarf es eines Tages- und Nachtzentrum für Obdachlose, in dem sanitäre sowie soziale Angebote bereitgestellt werden. Suchtkranke und marginalisierte Menschen verschwinden nicht einfach durch Verbote. Es ist höchst an der Zeit, dass auch Bürgermeister Ludwig das versteht.